Mittwoch, 27 April 2011 10:24

Gemüsegarten Almeria Empfehlung

geschrieben von Susanne H.
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{jcomments on}tomatenalmeriaEuropas Gemüsegarten liegt in der Region „Almeria“ in Südspanien. Almeria ist auch bekannt, weil man hier die einzige Wüste Europas vorfindet, die durch traumhafte Mondlandschaften ähnlichen Passagen beeindruckt.  Daher spricht man auch von einer weltgrößten „Intensivkultur“, dem konzentrierten  Anbau von Gemüse und Obst in Plastik-Gewächshäusern.

Die ca. 350km2 bedeckte und angepflanzte Oberfläche wird von den Einheimischen hier Vorort liebevoll „Mar de plastico“ (Plastikmeer) genannt.  Dieses ökonomische Wunder begann in den frühen 50er Jahren.  Eine Mischung aus Sand, der von den Stränden herangekarrt wurde und Dünger, bildete den idealen Nährboden. Noch heute erzielen die Tomatenbauer 2 bis 3 Ernten im Jahr.tomatenplantage

Da Almeria, wie zuvor erwähnt, ein Wüstengebiet ist, wird schnell klar, dass Wasser für die Menschen und Region Vorort, sehr wertvoll ist. Bereits 1991 berichteten die Einheimischen von der Wasserknappheit im Lande und das die Trinkwasserspeicher nur noch ca. 10 Jahre die Region Almeria versorgen könnte, danach wird’s knapp.

Vor einiger Zeit wurde eine Anlage errichtet, die die Speicherung von Wasser für die Anbaugebiete gewährleisten sollte, da durch den Klimawandel die Trockenzeiten immer länger werden.  Bereits bei der Testabfüllung wurde das gesamte Wassernetz der Region lahm gelegt. Betroffen waren die Regionen, El Ejido, La Mojonera, Roquetas de Mar, Aguadulce und Teile von Almeria. Neben den Golfplätzen, die ebenfalls ein weiterer Wasserschlucker sind, steht Gemüseanbau an oberster Stelle, wenn man von Wasserbedarf spricht.

tomatenfabrik

Die rautierte Landarbeiter, die täglich damit beschäftigt sind, das wachsende Gemüse zu spritzen, sind im Schnitt zwischen 16 und 30 Jahre alt und arbeiten für einen Hungerlohn für zum Teil nicht mal 40 Euro am Tag. Die meisten sind illegal eingereist und  nehmen, ohne zu überlegen, was sie kriegen können, auch aus Angst vor einer Ausweisung. Immer wieder berichten Arbeiter, dass der Chef oder auch „Encargado“ , keine Handschuhe oder Schutzkleidung kauft und zur Verfügung stellt – sie wären sich bewusst, dass sie mit hochgiftigen Pestizide arbeiten und täglich das angebaute Gemüse damit bespritzen müssen.

Aber den meisten bleibt nichts anderes übrig. Sie haben eine Familie zu ernähren und müssen das extreme Gesundheitsrisiko in Kauf nehmen. Schätzungsweise sind derzeit ca. 50.000 illegale und legale Landarbeiter, allein in der Region Adra, El Ejido, Roquetas de Mar, Viator und la Mojonera beschäftigt.  Da es keine festen Arbeitsverträge gibt, bestehen auch keine geregelten Arbeitszeiten.  Unregelmäßige Arbeitszeiten und Löhne führen zu unwürdigen Lebensbedingungen und sozialen Ausgrenzung. Vom gesundheitlichen Aspekt ganz abgesehen, denn die wenigen sind Sozialversichert.

tomatenalmacenInteressanterweise werden Tomaten aus Almeria oder Andalusien in erster Linie nach Deutschland exportiert. Ein hoher Preis für den immer lauterwerdenden Schrei nach „Billig, billiger am Billigsten“, wenn man bedenkt, dass die Pestizid-Verseuchung so hoch ist, dass das Lebensmittelgesetz nach herkömmlichen Maßstäben diese Tomaten als gefährlich einstufen müsste.

 

Ein Film zum Thema - Tomatenanbau Almeria. Ist manchmal etwas ekelig, aber schafft Klarheit.



Gelesen 4795 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 25 Februar 2016 15:53

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